Über Cannabis in Südafrika​ - Drapalin Blog
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Cannabis in Südafrika

Lesotho Cannabis

Cannabis hat in Südafrika eine lange und vielschichtige Geschichte, die mehrere Jahrhunderte zurückreicht. Viele indigene Gemeinschaften nutzten die Pflanze traditionell, zu medizinischen, rituelle oder Freizeitzwecken. Entsprechend verbreitet war der Anbau in Ländern wie Südafrika, Simbabwe und Malawi [1].

Offiziell wurde Cannabis in Südafrika durch den „Drug and Drug Trafficking Act“ von 1992 kriminalisiert. In dieser Zeit wurde die Substanz häufig mit der Anti-Apartheid-Bewegung in Verbindung gebracht, was dazu führte, dass vor allem ohnehin marginalisierte Gruppen besonders hart von den staatlichen Maßnahmen betroffen waren [2].

Nach Ende der Apartheid 1994 begann die südafrikanische Regierung, die Cannabisgesetze zu überarbeiten. Zu Beginn des 21. Jahrhundert leitete Südafrika schließlich einen umfassenden Reformprozess ein, unterstützt durch eine zunehmend positivere öffentliche Meinung, sowie internationale Entwicklungen, die die medizinischen Vorteile der Pflanze stärker berücksichtigten. Die Kombination aus idealen Anbaubedingungen, traditionellen Landrassen, bestehendem Know-how und einer schrittweisen Liberalisierung bildete die Grundlage für den heutigen Sektor rund um Medizinalcannabis in Südafrika [1].

Freizeitkonsum

Im September 2018 entschied das Verfassungsgericht von Südafrika, dass Erwachsene Cannabis im privaten Raum besitzen und konsumieren dürfen. Damit wurde das bis dahin geltende strikte Verbot teilweise aufgehoben, da es gegen das verfassungsrechtlich geschützte Recht auf Privatsphäre verstieß.

Erlaubt sind seitdem der Eigenbesitz und der private Anbau. Die konkreten Mengen sind gesetzlich nicht exakt definiert, orientieren sich aber an Richtwerten. Weiterhin verboten bleiben der Verkauf, die Weitergabe an andere (auch unentgeltlich) sowie der Konsum in der Öffentlichkeit oder in der Nähe von Kindern [3].

Mit dem Cannabis for Private Purposes Bill (2020) sollten die Vorgaben des Verfassungsgerichts konkretisiert und klare Grenzwerte für Besitzmengen, Anbau und Strafen festgelegt werden [4].

Am 28. Mai 2024 trat schließlich das Cannabis for Private Purposes Act (CfPPA) in Kraft. Es regelt den privaten Besitz, den Anbau und den Konsum nun rechtsverbindlich. Erwachsene dürfen bis zu vier blühende Pflanzen pro Person bzw. acht pro Haushalt anbauen. Beim Besitz sind bis zu 600 g getrocknete Blüten pro Person bzw. 1.200 g pro Haushalt erlaubt. Der Verkauf und öffentliche Konsum bleiben jedoch weiterhin illegal. Einige praktische Vorgaben müssen noch über Ministerialverordnungen präzisiert werden [5].

Medizinische Nutzung

Für medizinische Zwecke wurde Cannabis in Südafrika erstmals 2017 unter bestimmten Auflagen zugelassen. 2019 schuf die Regierung einen rechtlichen Rahmen für Anbau, Produktion und Vertrieb von medizinischen Cannabisprodukten und richtete Aufsichtsbehörden wie die South African Health Products Regulatory Authority (SAHPRA) ein. Medizinalcannabis wird von der SAHPRA reguliert und fällt unter das Medicines and Related Substances Act. Einige Cannabinoide, wie z.B. niedrig dosiertes CBD, sind inzwischen weniger streng reguliert [6].

Der Zugang zu medizinischem Cannabis ist jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Ärzte dürfen Cannabisarzneimittel nicht frei verschreiben, sondern benötigen dafür eine spezielle Sondergenehmigung, welche über das sogenannte Section 21 Program der SAHPRA erfolgt. Das Section 21 Program erlaubt es, nicht regulär zugelassene Arzneimittel im Einzelfall an Patienten zu verschreiben, wenn es keine geeignete zugelassene Therapiealternative gibt oder wenn diese nicht ausreichend wirksam ist. Medizinisches Cannabis fällt in Südafrika überwiegend in diese Kategorie, da bislang nur sehr wenige Cannabispräparate lokal offiziell zugelassen sind. Außerdem sind nur bestimmte Indikationen erlaubt, wie etwas chronische Schmerzen, therapieresistente Epilepsie oder Übelkeit infolge einer Chemotherapie. Weiteres ist der Zugang mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden.

Der Anbau für medizinische Zwecke ist streng reguliert, setzt eine SAHPRA-Lizenz voraus und unterliegt strengen GMP-Anforderungen. Südafrika verfügt bereits über mehrere lizenzierte Produzenten, die teils auch nach Europa exportieren [7].

Aktuell arbeitet die SAHPRA zudem an Maßnahmen wie einem Barcode-System, um gefälschte Lizenzen besser aufzuspüren und die Einhaltung der Vorschriften weiter zu stärken [8].

    Merke:

    • Freizeitkonsum: Im privaten Raum erlaubt. Besitz und Eigenanbau für den persönlichen Gebrauch sind legal. Verkauf, Handel sowie Konsum in der Öffentlichkeit bleiben verboten.
    • Medizinische Nutzung: Grundsätzlich möglich, jedoch streng reguliert. Eine ärztliche Verschreibung erfordert spezielle Genehmigungen. Der Zugang ist deutlich restriktiver als in vielen europäischen Ländern.

    Quellen

    1. Ndlangamandla, V.V., et al., Finally Freed-Cannabis in South Africa: A Review Contextualised within Global History, Diversity, and Chemical Profiles. LID – 10.3390/plants13192695 [doi] LID – 2695. (2223-7747 (Print)).
    2. Gazette, G., Drugs And Drug Trafficking Act, Act No. 140 of 1992.
    3. AFRICA, C.C.O.S., Minister of Justice and Constitutional Development and Others v Prince ; National Director of Public Prosecutions and Others v Rubin ; National Director of Public Prosecutions and Others v Acton and Others, ZACC 30 (18 September 2018).
    4. SERVICES, M.O.J.A.C., CANNABIS FOR PRIVATE PURPOSES BILL. 2020.
    5. Gazette, G., Cannabis for Private Purposes Act 7 of 2024.
    6. SAHPRA, CULTIVATION OF CANNABIS AND MANUFACTURE OF CANNABIS-RELATED PHARMACEUTICAL PRODUCTS FOR MEDICINAL AND RESEARCH PURPOSES. 2019.
    7. SAHPRA, GUIDELNE FOR SECTION 21 ACCESS TO UNREGISTERED MEDICINES. 2025.
    8. SAHPRA, SAHPRA alerts the public about fake licence holders. 2025.

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