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FAQ

FAQ

Welche Ärzte dürfen medizinisches Cannabis verschreiben?
Mit Ausnahme von Zahn- und Tierärzten können Cannabisblüten von allen Ärzten verordnet werden. Ärzte, die bisher noch keine Betäubungsmittel verschrieben haben, können sich die Rezeptblöcke hierzu beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte anfordern.
Zahlt die gesetzliche Krankenversicherung für Cannabisarzneimittel?

Für Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung besteht ein Leistungsanspruch, wenn eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall diese, nach Einschätzung des Arztes, bei dem Patienten nicht zur Anwendung kommen kann.

Des Weiteren muss eine Aussicht auf eine spürbar positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf eine Linderung schwerwiegender Symptome bestehen.

Bei der Erstverordnung muss die Erstattung vor dem Beginn der Cannabis-Therapie durch die Krankenkasse genehmigt werden.

Bei Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse sind die Patienten verpflichtet, an einer anonymisierten Begleitstudie teilzunehmen.

Kann auf die Prüfung durch die Krankenkasse und den Medizinischen Dienst verzichtet werden?

Die gesetzlichen Krankenkassen führen bei jedem Antrag eine Prüfung, in der Regel unter Einbeziehung des Medizinischen Dienstes, durch.

Wird Cannabis auf Privatrezept bezogen, findet die vorgenannte Prüfung durch die GKV bzw. den Medizinischen Dienst nicht statt.

Sofern eine private Krankenversicherung vorhanden ist, kann die Erstattung der Kosten dort beantragt werden. Diese entscheidet im eigenen Ermessen über eine Kostenerstattung.

Welches Vorgehen ist gegen eine Ablehnung des Antrags auf Kostenübernahme möglich?

Nach aktuellem Stand werden etwa 2/3 der Anträge auf die Kostenübernahme von den gesetzlichen Krankenkassen genehmigt.

Gegen eine Ablehnung des Antrags durch die zuständige Krankenkasse kann innerhalb von vier Wochen Widerspruch eingelegt werden.

Hier finden Sie einen Link zum Textgenerator für ein Widerspruchsschreiben: https://www.widerspruch.org/widerspruch-krankenkasse-du-wissen-solltest/

Was ist die „Begleiterhebung“?

Wenn die Kosten für medizinisches Cannabis von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, ist der Patient verpflichtet, an einer anonymisierten Begleitstudie teilzunehmen. Diese Erhebung wird erstmalig ein Jahr nach Behandlungsbeginn und im Folgenden für die Dauer der Therapie jährlich, oder bei vorzeitigem Therapieabbruch durchgeführt. Hierfür wird vom betreuenden Arzt ein Fragebogen zur Behandlung ausgefüllt und an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) übermittelt.

Darf medizinisches Cannabis in der Öffentlichkeit inhaliert werden?

Grundsätzlich ja. Um Missverständnisse zu ver­meiden, empfiehlt es sich, eine Kopie des aktuellen Rezepts und einen „Cannabisausweis“ mitzuführen. Einen entsprechenden Ausweis können Sie bei Ihrem Arzt oder der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) anfragen. Ärzte und Apotheker können diese Ausweise direkt von uns erhalten.

Darf medizinisches Cannabis geraucht werden?

Ja. Aus gesundheitlichen Gründen sollten jedoch andere Anwendungsformen bevorzugt werden. Zudem ist die mit dem Arzt abgesprochene Arzneimittelanwendung (regulär per Verdampfer oder als Tee) einzuhalten. Wenn eine andere Einnahmeform gewünscht ist, sollte dies ebenfalls ärztlich besprochen werden.

Wie ist medizinisches Cannabis bei Patienten zu lagern?

Arzneimittel müssen immer gesondert und sicher vor dem Zugriff von Kindern aufbewahrt werden. Es sollte ein lichtgeschützter Ort mit geringen Temperaturschwankungen gewählt werden. Ein abschließbarer Ort (z. B. Schublade, Safe, Arzneimittelschrank) wird empfohlen. Regulär kann Cannabis bei normaler Raumtemperatur (unter 25 °C) aufbewahrt werden. Sollte das Arzneimittel zur zukünftigen Teezubereitung erhitzt worden sein, wird eine gekühlte Lagerung empfohlen.

Dürfen Cannabispatienten Kraftfahrzeuge und schwere Maschinen führen?

In der Eingewöhnungsphase müssen Cannabispatienten auf das Führen von Kraftfahrzeugen und schweren Maschinen verzichten. Diese kann eine Woche oder auch länger dauern. Patienten sollten unbedingt die mit dem Arzt besprochene Dosierung und Einnahmeform einhalten.

Was müssen Cannabispatienten bei Auslandsreisen beachten?

Für das Mitführen von Medizinalcannabis bei Reisen im Schengenraum wird eine durch den betreuenden Arzt ausgestellte „Schengenbescheinigung“ benötigt. Für darüber hinaus gehende Reisen müssen die Bedingungen zur Einreise mit medizinischem Cannabis bei einer Botschaft oder einem Konsulat des Ziellandes erfragt werden. Weitere Infos hierzu finden Sie auf der Internetseite des BfArM: www.bfarm.de

Was ist CBD?

CBD (Cannabidiol) ist ein natürlicher Inhaltsstoff der Hanfpflanze (Cannabis Sativa), der – wie alle Cannabinoide – seine Wirkung über das körpereigene Endocannabinoidsystem entfaltet.

CBD wirkt beruhigend, antipsychotisch und kann die Wachheit erhöhen. CBD kann keinen Rausch verursachen.

Der Einsatz von CBD kommt insbesondere in Frage bei:
– chronischen Schmerzen
– Entzündungen
– Angststörungen
– Übelkeit und Erbrechen
– Bestimmten Formen der Epilepsie (Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom)
– Abhängigkeit von THC, Nikotin und Opiaten.

Was ist THC?

THC (Tetrahydrocannabinol) ist ein natürlicher Inhaltsstoff der Hanfpflanze (Cannabis Sativa), der – wie alle Cannabinoide – seine Wirkung über das körpereigene Endocannabinoidsystem entfaltet.

THC wirkt leicht euphorisierend, steigert das Wohlbefinden und intensiviert die sinnliche Wahrnehmung. Darüber hinaus wirkt es fiebersenkend, erweitert die Blutgefäße und beeinflusst die Bewegungskoordination sowie die Konzentrationsfähigkeit. Es kann zu verwaschener Sprache, Gedächtnisstörungen, Schwindelgefühlen und geröteten Augen führen. In hohen Dosierungen kann THC einen Rausch verursachen.

THC wird insbesondere eingesetzt bei:
– neuropathischen und chronischen Schmerzen
– Spastiken
– Übelkeit und Erbrechen
– zur Appetitanregung

Weitere Fragen?

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker. Falls Sie hier wichtige Informationen vermissen, können Sie dies DRAPALIN direkt mitteilen unter info@drapalin.de und somit zu einer Verbesserung unseres Informationsangebotes beitragen.